Der Sturm

Der Sturm

Sturm

Mit aufgerissenen Augen sitzt sie vor dem grossen Fenster. Sie starrt auf die taumelnden Äste im Sturm. Die Lider bis zum Anschlag aufgeschoben. Sie starrt , sieht nichts. Der Wind dreht die helle, verwundbare Unterseite der Blätter nach oben, saugt sie gierig zurück, spuckt ihre dunkle, glitschige Oberfläche wieder aus und drängt sie gegen die Wuchsrichtung. Und dann Stille. Kein Ast, kein Blatt bewegt sich.

Und für diesen Moment erstarren auch ihre Gedanken.

Der Wind ergreift sie wieder, treibt das Laub hin und her. Hell, dunkel, hell, dunkel. Und wieder Stille. Zitternde Blätter starren fordernd zurück. Los! Weiter! Los, los, los!

Farben, Gedanken und Gefühle jagen durch ihren Körper. Sie ist regungslos, die Augen gelähmt.

Schwere Regentropfen schlagen auf die Blätter. Der Wind zerrt an ihren Blattstielen und prüft ihre Sollbruchstellen.

Wut und Angst würgen ihren Hals und quetschen ihr Herz. Ihr Atmen ist nicht wahrnehmbar. Unter ihrem Kleid drängen sich ihre Brustwarzen durch die dünnen Fasern. An ihrer Stirn pocht der Sturm durch eine zu dünne Ader.

And after the storm,
I run and run as the rains come
And I look up, I look up,
on my knees and out of luck,
I look up.

– Mumford and Sons, After the Storm

The Peaceful Storm from Todd LaBerge on Vimeo.